Die Sozialisierung von Katzenkindern... 


 ... und warum sie so wichtig ist

 

Was bedeutet „sozialisiert“?


Wenn sie sich für eine Katze interessieren und haben Kontakt aufgenommen zu einem Züchter, werden sie sicher immer hören: „ Unsere Kätzchen sind bestens sozialisiert.“ Aber was heißt das?

Der Grundstein für eine harmonische Beziehung zwischen Katze und Mensch wird den Kätzchen schon mit in die Wiege gelegt. Der Charakter der Elterntiere hat schon einen großen Einfluss. Wir legen daher sehr viel Wert auf die Auswahl des Zuchtkaters. Aber auch die Mama sollte ein ausgeglichenes Wesen haben. Die Kätzchen sehen und imitieren das Verhalten der Mutter nach. Ist die Mama ängstlich und versteckt sich bei einem lauten Geräusch, werden die Kleinen es ihr nach machen. Ein bisschen fremdeln, wenn unbekannte Menschen kommen ist allerdings völlig normal. Die Zeit von Geburt bis zum 6. Lebensmonat nennt man Prägephase. Erfahrungen, die das Kätzchen in dieser Zeit macht, sind wichtig für seine weitere Entwicklung. 

Sozialisierung fängt also schon in den ersten Lebenswochen an. Die Kitten werden blind und taub geboren. Der Geruchssinn aber funktioniert ausgezeichnet. Sie gewöhnen sich rasch an den Geruch der Mutter und auch an den des Züchters, der sie täglich zum wiegen aus der Wurfkiste nimmt. Wir sitzen öfter vor der Kiste und schauen nach den Kleinen. Wir streicheln sie sanft und geben ihnen so die Gelegenheit uns kennenzulernen. Allerdings nur so oft, wie ihre Mama es zulässt. Auch die anderen Familienmitglieder dürfen Kontakt aufnehmen. Auf diese Art lernen die Kätzchen eine vielfältige Geruchswelt kennen und wissen bald schon, dass nicht alles, was fremd riecht auch gefährlich sein muss. Die ersten vier Wochen verbringen die Kleinen überwiegend in der Wurfkiste. Dennoch sind Umweltreize sehr wichtig für die kleinen Fellnasen. Putzroutine gehört im Katzenhaushalt zum täglichen Leben dazu. Staubsaugen gehört genauso zum Alltag wie Geräusche aus dem Fernseher oder Stimmen von Menschen. Auch wenn die Kitten die erste Zeit noch viel schlafen, ist es dennoch wichtig, die Kiste nicht in einen ruhigen, isolierten Raum unter zubringen. Der Züchter sollte sich mit den Kleinen beschäftigen. Sind sie von der Wurfkiste in den Laufstall umgezogen, kommen wieder neue Einflüsse dazu. Wir fegen den Laufstall immer mit einem Handfeger aus. Wir setzen uns zu den Kätzchen, und lassen die Kleinen erst mal den Handfeger „angreifen“. Dann beginnen wir damit den Laufstall auszufegen. Und irgendwann ist es völlig normal für die Kitten, dass ein oder zweimal am Tag dieses haarige Borstentier durch den Stall fegt. Die Minitiger lernen sehr schnell, dass Menschen nicht nur Futter bringen, sondern auch toll schmusen und streicheln können. Sie lernen durch den Umgang mit ihren Geschwistern, der Mama und natürlich den Menschen das Miteinander mit den Zwei und Vierbeinern. Sie lernen verschiedene Verhaltensmuster ihrer Artgenossen. Dazu gehören das Benutzen der Katzentoilette genauso wie die Bestimmung der Rangordnung.Unsere Katzen wissen genau: Tische, Schränke oder Küchenarbeitsplatten sind tabu. Die Katzen scharren ausgiebig in der Katzentoilette, springen dann auf die Küchenzeile und wir bereiten anschließend unsere Mahlzeit darauf zu. Das muss nicht sein. Wir setzten uns ja auch nicht zu essen auf den Boden. Natürlich versuchen die Kleine von Neugier getrieben, wirklich jeden Winkel und jedes Hindernis zu erforschen. Mit Geduld und Konsequenz allerdings wissen sie sehr bald, was sie dürfen und was nicht. Das kann natürlich jeder für sich halten wie er mag. 


 

Fazit: 

Der Züchter hat eine große Verantwortung. Kätzchen, die viel zu früh abgegeben werden, entwickeln mit Sicherheit Verhaltensstörungen, wie Saugverhalten an eigenen Körperteilen ( Schwanz, Pfotenballen), Saugen an Körperteile von Mitbewohner ( Zitzen oder Hoden bei Hunden), am eigenen Besitzer ( Hals oder Arm) oder Gegenständen ( Wolldecken, Kissen) Oft werden die zu früh entwöhnten Kätzchen übermäßig ängstlich und / oder aggressiv und sind anfälliger für Krankheiten wie Magen- Darm Erkrankungen oder Asthma. Daher ist es wichtig, dass die Kitten so lange wie möglich bei der Mutter bleiben. Das Leben in der Cattery und die Betreuung durch den Züchter nach dem Auszug sind für das Wesen der Katze entscheidend.

 

 

 


 

 

 

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© Cattery vom Bergpark 2008

 

 

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