Die Sprache unserer Katze

 

Katzen haben eine eigene Sprache. Wildkatzen kommunizieren meist über Körpersprache. Hauskatzen setzen häufig ihre Stimme ein. Sie haben jedoch für ihre Menschen einen eigenen „Dialekt“ entwickelt. Dennoch ist es wichtig für den Menschen, dass er auch die Sprache der Katzen versteht. Viele Verhaltensprobleme entstehen aus einem Kommunikationsproblem der Katze und ihrem Menschen.

 

 

Körperhaltung


Katzenbuckel

Wenn z.B. eine Katze einem Hund gegenübersteht, dreht sie sich seitlich dem Hund zu mit dem typischen Katzenbuckel. Die Beine sind durchgedrückt, ihr Schwanz hat die Form eines S. Alle Haare am Schwanz und Rücken stehen ab. Dadurch wirkt sie Katze größer. Hinzu kommt das Fauchen und spucken.


Köpfchen geben

Damit zeigt die Katze „Wir gehören zusammen“. Es ist eine sehr zärtliche Geste, wenn sie nach Hause kommen und ihre Katze sie so begrüßt. Dazu gehört der aufgerichtete Schwanz. Die Katze erwartet jetzt, dass sie sie streicheln.


Nasenstupser

Der Nasenstupser ist bei Katzen so wie bei uns das Händeschütteln. Wenn ihre Katze sie so begrüßt und ihnen das Hinterteil zuwendet, sagt das, dass sie geliebt werden.


Köpfchen reiben

An den Wangen befinden sich Duftdrüsen. Reibt ihre Katze die Wange an ihnen, zeigt sie zärtlich, dass sie zusammen gehören. Sie  „ markiert“ sie.


Milchtritt

Katzenbabys machen das, um den Milchfluss anzuregen. Erwachsenen Katzen trampeln meist auf dem Bauch ihres Menschen herum. Sie fährt dabei die Krallen ein und aus. Zusammen mit schnurren ist es ein Zeichen äußerstem Wohlbehagens.


Beschnuppern

Vielleicht haben sie einen Duft an den Händen vom Essenkochen o.ä. Bei Neulingen heißt es so viel wie „ Wer bist du denn?“ Sollten sie zu Besuch in einem Katzenhaushalt sein, lassen sie die Katze so lange an ihnen schnuppern, wie die Katze will. Erst dann können sie versuchen, die Katze zu streicheln.


Belecken

Das Lecken an ihren Händen ähnelt beispielsweise unserem streicheln.


Schnattern

Wenn ihre Katze etwas sieht, z.B. ein Vogel, dann beginnt sie zu schnattern. Es ist ein Ausdruck höchster Erregung. Dieses Verhalten zeigt sie dann, wenn die Beute für sie unereichbar ist z.B. ein Vogel vor der geschlossenen Fensterscheibe.


Beißeln / Schmusebeißen

Ihre Katze beißt beim Schmusen zart in ihre Hand oder knabbern z.B. an ihrem Pullover. Dies ist ein großer Liebesbeweis. Ihre Katze fühlt sich sehr wohl bei ihnen.

 

Gähnen

Meist gähnen Katzen nach einem Schläfchen. Aber auch um zu zeigen, dass man freundlich gestimmt ist, gähnen sich Katzen an.


Flehmen

Die Katze schnuppert z.B. an ihrem Schuh. Dabei hält sie das Maul leicht geöffnet. Sie nimmt so Gerüche intensiv auf, z.B. den Geruch einer fremden Katze.


Pfote heben

Das Heben der Pfote ist ein deutliches Warnsignal. „Noch ein Schritt und ich schlage zu!“ Dann ist äußerste Vorsicht geboten. Nicht zu verwechseln mit dem heben der Pfote, wenn ihre Katze sie zart anstubst, um sie zum Schmusen zu animieren.


Schwanzspitze wedelt

Wenn die Schwanzspitze wedelt ist das ein Zeichen von Verärgerung, Drohung oder Achtsamkeit.


Schwanzspitze zeigt in Richtung Kopf

Damit fordert die Katze sie auf ihr zu folgen. Sie will uns was zeigen. Zittert er dabei noch, ist sie aufgeregt.


Schwanz hängt runter

Dann ist die Katze entspannt.


Schwanz peitscht hin und her

Das ist ein Zeichen höchster Erregung und Verärgerung.



Die Ohren


Leicht nach vorne gerichtete Ohren

In Verbindung mit weit aufgerissenen Augen ist dies ein Zeichen von Aufmerksamkeit und Interesse. Kann aber auch Wohlbefinden ausdrücken.


Ein Ohr gestellt, ein Ohr angelegt

Die Katze droht, kann aber auch ein Zeichen von Angst sein. Kommt aber auch vor, wenn die Katze sich entspannt streicheln läßt.


Nach vorne gedrehte Ohren

Die Katze befindet sich in Angriffslaune. Da ist Vorsicht geboten.


Ohren leicht nach außen gedreht

Je nach Situation ist dies ein Zeichen von Entspannung, kann aber auch Verärgerung bedeuten.


 

Die Augen


Große Pupillen

Weiten sich die Pupillen ohne äußeren Einfluss ( Dunkelheit), bedeutet dies große Adrenalinausschüttung. Die Katze ist entweder wütend und kampfbereit oder sehr aufmerksam oder liebesbereit.


Fixieren / Starren

Starren sie ihre Katze nie an. Dies ist eine Herausforderung. Es dient aber auch zur Einschüchterung des Gegner und löst bei diesem Unbehagen aus.


Blinzeln

Das Blinzeln in der Katzenwelt ist mit unserem Lächeln vergleichbar. Lächeln sie einfach zurück, indem sie zurück blinzeln.



Lautgebung


Schnuren

Schnurren drückt Wohlbehagen und Geborgenheit aus. Mütter schnurren beim säugen der Babys. Diese schnurren beim säugen um der Mutter zu zeigen „es schmeckt mir und es geht mir gut“. Die Katze schnurrt aber auch, wenn sie krank ist oder Schmerzen haben. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Heilungsprozess durch die Vibration des Schnurrens beschleunigt wird.


Mauzen

Die Katze miaut in verschiedenen Tonlagen und aus vielerlei Gründen. Aus Zuneigung, um Aufmerksamkeit zu bekommen, aber auch zum einfordern des Futters uvm.


Gurren

Katzen untereinander begrüßen sich mit Gurrlauten. Manchmal gurren die Katze, wenn die sie mit ihnen schmusen will.


Fauchen

Das Fauchen bedeutet immer, dass die Katze warnt: „Bis hierhin und nicht weiter!“ Dann ist Vorsicht geboten. Manchmal faucht eine Katze auch, wenn sie sich erschrickt.


Spucken

Greift die Katze an oder erschreckt sich, wird ein kurzes Fauchen begleitet von Spucken.


Knurren

Manche Katzen knurren beim Fressen. Sie zeigen damit „das ist mein Futter, Finger weg!“ oder auch kurz vorm Angriff. Es sagt soviel wie: „ Komm bloß nicht näher sonst...“


Kampfgesang

Die Laute erinnern an Babygeschrei. Die Katze stößt diese kurz vorm Angriff aus. Oftmals reicht der Gesang schon, um den Gegner einzuschüchtern. Er dient auch dem Anlocken von Geschlechtspartnern und wird auch bei Angriffen zwischen Katern ausgestoßen.


Beuteruf

Die Nuancen sind vielfältig. Oft sind es kurze mauzige Töne. Haben sie ein Freigängerkatze und sie bringt ihnen eine Maus oder ein Vogel von ihrem Beutezug mit, loben die sie und zeigen sie ihr , dass sie sich freuen. Auch wenn es für sie ein wenig eklig ist, ihre Katze macht ihnen damit ein sehr großes Geschenk und ist ein Zeichen von sehr großer Zuneigung.

 

 

Worte, die oft gesagt werden zu bestimmten Situationen, erkennt die Katze und handelt entsprechend (oder nicht), und dies führt dazu, dass viele Menschen glauben, ihre Katze würde sie verstehen. Die Annahme, dass unsere Katzen uns verstehen, ist falsch. Aus Tonfall und Mimik erkennen sie, was gesagt wird. Wenn ihre Katze z.B. an ihren Pflanzen knabbert und sie sprechen sie in strengem Ton an, weiß ihre Katze sofort, dass sie etwas gemacht hat, was sie nicht darf (was nicht heißt, dass sie auch sofort damit aufhört). Schreien sie ihre Katze nicht an. Versuchen sie es einfach mal auf „ kätzisch“ mit fauchen, knurren, Kampfgesang usw. Hört sich lustig an, ist aber effektiv. Unser Kater hat zwei mal markiert. Beim zweiten mal haben wir ihn erwischt. Sofort habe ich mich vor ihm aufgebaut, ihm streng in die Augen geschaut und Kampfgesang angestimmt. Er hat nie wieder markiert.

 

 

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© Cattery vom Bergpark 2008

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